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// Trauzeuge sein.. //

Im letzten Jahr durfte ich schon bei meiner lieben Caro und ihrem lieben Mike das Trauzeugen-Dasein erproben und war stolz darauf auch in diesem Jahr diese verantwortungsvolle Aufgabe von meiner lieben Eva übertragen zu bekommen. Alle in meinem Freundeskreis wissen wie sehr ich auf Hochzeiten abfahre und wie viel Freude es mir bereitet organisatorisch tätig zu werden.

Das die beiden Verliebten geplant hatten zu heiraten war mir schon länger bekannt. Es fehlte nur noch der Antrag, der lange auf sich warten ließ. So erfuhr ich dann, nach dem Urlaub in Holland Anfang April 2015:

Er hat mich gefragt und du bist mein Trauzeuge!

Es war also gar keine Frage, sondern eine Tatsache, auf die ich nicht mehr antworten musste. Nunja ich konnte mich mit der Rolle schnell identifizieren, da ich das ganze Leiden und die „schwere Geburt“ der Beziehung hautnah über 10 Monate miterleben durfte. Hätte mir jemand vor einem Jahr gesagt die Beiden würden heiraten, ich hätte mit dem Kopf geschüttelt. Umso schöner, dass sich die ganzen Tränen, die Anspannung und die unschönen Erlebnisse zu einem solch erfreulichen Ende gewendet haben.

Eva, die Braut, ja wie soll ich sie beschreiben. Als der Hochzeitstermin dann festgelegt wurde fiel mir nur eine einzige Sache ein, die sich mit allem deckte, wie ich sie kennenlernte.

Die standesamtliche Trauung findet am 26. Juni 2015 statt!

Es musste alles schnellstmöglich und dann noch nahezu perfekt stattfinden. Die Latte für den Anspruch wurde so hoch gelegt, dass es mich schon zeitweise unter Druck setzte – denn enttäuschen wollte ich Beide wirklich nicht. Wir hatten also 2,5 Monate Zeit um eine komplette Hochzeit zu organisieren. Das Witzige war, der Anfangsgedanke war nur zu heiraten, ganz allein, ohne Familien, ohne Freunde! Der Gedanke ist nach einigen Gesprächen dann doch schnell verflogen, denn wer möchte im weißen Hochzeitskleid aus dem Standesamt kommen und niemand wartet, keiner gratuliert? Niemand!

Also hatten wir durch diesen Grundgedanken auch nochmal 1,5 Wochen verloren. Das schlimmste war natürlich auf diese kurze Zeit gesehen das Hochzeitskleid zu finden. Es musste auch passen, angepasst werden und natürlich gefallen. Die Braut soll sich wohlfühlen und an ihrem Tag einzigartig fühlen. Aus der Menge soll sie hervorstechen und im Mittelpunkt stehen.

Wir telefonierten täglich mehrmals um die ganzen ToDo-Punkte auf der doch noch langen Liste langsam überschaubar zu gestalten. Endlich hatte sie nach 2 Reinfällen ein Brautmodengeschäft gefunden und auch ihr perfektes Hochzeitskleid. Ich fuhr erst beim 2. Anprobe-Termin mit, da ich neben der Mutter und künftigen Schwiegermutter keine 3. Meinung einbringen wollte. Das führt schnell zur Verunsicherung und die Braut muss sich wohlfühlen. Das Kleid passte zu Eva – es war schlicht und einfach – wie es Eva eben wollte und auch selbst ist. Kein Schnick-Schnack, denn das wäre sie nicht. Sie fühlte sich wohl und das war die Hauptsache.

Hochzeitskleid Eva

Nachdem das größte Problem gelöst war und sie ihr Kleid gefunden hatte ging es zu den nachfolgenden Punkten auf unserem sehr knappen Zeitplan.

Brautfrisur

Wir fuhren dann zum Probestecken zu „Wölwer Hair“ in Mendig. Ausgezeichnete Weltmeister sollten das Kunstwerk wohl perfektionieren können. Auch das Make-Up passte direkt und das Gesamtbild konnte man sich gut vorstellen. Natürliche Farben, nicht zu auffällig und leicht wirkend. Alles erfüllt – Danke Marco!

Brautfrisur Mendig

Treue Lebensbegleiter

Eva begleitet seit vielen Jahren ein treuer Begleiter, nämlich der liebevollste Hund, den ich je kennengelernt habe. Balu! Er hat einen festen Platz bei den Beiden, auch wenn Andreas zu Beginn der Beziehung und des Kennenlernens mit Hunden so gar nicht konnte. Jetzt ist er fest integriert und ein Teil der Familie.

Natürlich musste er auch feste Plätze am schönsten Tag im Leben von den Beiden einnehmen, sodass er

1. als Figur mit auf die Hochzeitstorte kam und
2. die Ringe mit dem umgebundenen Ringkissen im Standesamt bringen durfte.

Die Gastgeschenke

Als Dankbarkeit den Gästen gegenüber gibt es mittlerweile eine Vielzahl von Ideen für Gastgeschenke. Da die ganze Hochzeit in GRÜN ausgerichtet wird entschieden wir uns für Gummibärchen. Gut, dass ich in Bonn wohne, Haribo ist direkt um die Ecke 🙂

Also besorgte Eva schöne Bügelgläser, wo wir mit weißem Band noch eine kleine Botschaft „Schön, dass Du da bist“ befestigten. Und fertig war das Gastgeschenk, farblich passend!

Zwischendurch musste ich mir als Trauzeuge natürlich auch noch einige Highlights überlegen die zum Tag passen und wo ich den Beiden ein Lächeln bereiten könnte. So entschied ich mich dafür, mich um das Gästebuch, die Autoschleifen und eine Ballon-Aktion zu kümmern.

Das Gästebuch, natürlich auch farblich passend in grün sollte aber nicht das einzige Andenken der Gäste sein. So besorgte Evas Mutter noch eine Leinwand, ich Malfarben bei Ikea und hoffte darauf, dass viele kreative Köpfe kommen würden um den Beiden ein tolles Gesamtkunstwerk zu gestalten.

Die Ballons besorgte ich mit Schnellverschlüssen, so dauert es nicht so lange und man hat direkt Schnüre an den Heliumballons, wo man, je nach Gewicht, noch Botschaften oder Karten befestigen kann. Das habe ich aus Erfahrung weggelassen, da im letzten Jahr die Ballons nicht abgehoben sind dank einer Postkarte.

Ich hatte Bedenken, dass aus manchen das Helium rausgehen könnte, daher kaufte ich 50 weiße und 50 grüne für ca. 70 Gäste. So wäre ich auf der sicheren Seite, falls wenige den Geist aufgeben.

Timo, der andere Trauzeuge, kümmerte sich um etwas Aktion nach dem Standesamt und den Beginn der Hochzeitsfeier am Abend. Hier sollte das obligatorische „Herz ausschneiden“ und „Baumstamm sägen“ zum tragen kommen.

Nun verflog auch die Zeit und schon sehr schnell waren wir am Tag angekommen, wo wir so lange drauf gewartet hatten.

Der Hochzeitstag

6:00 Uhr

Der Wecker klingelte. Ich war schon 2 Tage zuvor zu den Beiden gefahren um Eva die Nervosität etwas abzunehmen und mich vor Ort noch um ein paar Kleinigkeiten kümmern zu können. Nun hieß es, schnell rasieren, unter die Dusche und im noch bequemen Outfit zu Evas Eltern fahren. In deren Hof wird auch die Feier am Abend stattfinden.

Es war jetzt schon sehr warm, wir würden laut Wettervorhersage bis zu 35 Grad erwarten.

Ich erklärte den 2 bestellten Servicedamen noch wie man mit der Heliumflasche die Ballons befüllt und wie man mit den Schnellverschlüssen umgeht. Lisa, eine Freundin von Eva, lieferte sie zeitgleich beim Friseur ab und sammelte mich dann wieder ein.

Beim Friseur gab es dann erstmal ein Glas Sekt (ok, für Lisa ein Radler und für Eva Cola). Nach dem Auflegen des Make-Ups folgte die Hochsteck-Frisur und wir entschieden ganz spontan, dass kein Diadem, wie eigentlich geplant, in die Haare kommt. Das würde sie nur alt aussehen lassen und ein paar Perlen im Dutt genügt vollkommen.

8:45 Uhr

Friseur Hochzeitstag

Die Haare waren gemacht, das Make-Up fertig. Nun noch schnell den Brautstrauß im Blumengeschäft abholen und los zur Braut nach Hause. Der Bräutigam ist mittlerweile auch zu seinem Trauzeugen zum Anziehen aufgebrochen. Nun kam meine schwierigste Challenge 🙂 Das Schnüren des Kleides – aber hierzu war ich bei der 3. Kleidanprobe wieder dabei und habe mir die ganze Prozedure noch einmal zeigen und erklären lassen.

Kleid aufraffen, Reifrock nehmen und zum Einstieg der Braut bereitlegen. Nun von oben beginnen Stück für Stück am Körper entlang schnüren. Natürlich musste ich etwas aufpassen, da die Braut sowieso schon nervös war – ja ich auch 🙂

Brautkleid

Ich finde mir ist es gut gelungen. Nun kamen die Brauteltern und holten Lisa ab. Ich schlüpfte dann auch noch schnell in meinen Anzug und los ging es mit einem tollen Oldtimer, ein wirkliches Schmuckstück, leider durch sein Alter ohne Klimaanlage und es war mittlerweile bullenheiß. Nun gut, wer schön sein will muss leiden.

Nun wurde es ernst, wir fuhren am Standesamt vor, alle Gäste inklusive des Bräutigams sollten bereits im Turm, dem Trauzimmer, sein. Leider war dies noch nicht der Fall, somit warteten wir noch ein wenig bis alle den Weg gefunden hatten.

Als wir dann ausstiegen klingelte mein Handy – Sarah, die Sängerin! Mein Herz rutschte in die Hose. Es sei kein Strom auf den Steckdosen. Ok ruhig bleiben – ich rannte die endlosen Treppen ins Standesamt herauf, wo sich die Gäste schon tummelten. Improvisation in letzter Minute war gefragt. Sarah wollte eigentlich noch einen Soundcheck machen und es war kein Strom auf den Steckdosen. Also schneller Umbau, 5 Minuten vor der Trauung. Wir stellten sie spontan in die Ecke neben den Trautisch, denn das war die einzige Steckdose die funktionierte. Schneller Soundcheck und mit 10 Minuten Verspätung rannte ich herunter und gab Eva das „Go“.

11:15 Uhr

Mit Gesang von Leona Lewis stimmte Sarah uns auf die bevorstehende Trauzeremonie ein. Beim 2. Refrain wurde Eva dann von ihrem Vater an Andreas übergeben und nach Ende des Liedes nahmen alle Platz. Die Standesbeamtin vollzog eine sehr persönliche Ansprache und nach den persönlichen Gelübten der Beiden kam Balu zum Einsatz der die Ringe brachte. Er war schon 2 Tage im Voraus nervös, hat kaum gefressen – man merkt wirklich wie sensibel Tiere reagieren. Der Ringtausch wurde mit dem Lied „The Rose“ vollendet und durch Brief und Siegel dann von allen Verantwortlichen beschlossen.

12:00 Uhr

Mit dem Lied „Du allein“ aus dem Musical Starlight Express zog das Brautpaar dann aus dem Trauzimmer im Turm nach unten wo ein kleiner Sektempfang organisiert wurde. Es wurde gratuliert und jetzt kam auch das Bettlaken mit dem Herz zum Einsatz. Noch eine schnelle Fotosession vor dem Oldtimer, der die Beiden nur an die Mittagslokation zum Essen bringen sollten, und dann brachen wir auch zum Sammelpunkt auf, wo wir im Autokorso 14km nach Welling zum Essen fuhren.

13:00 Uhr

Im Restaurant angekommen wurden wir auf der großzügigen Außenterasse mit einem Sektempfang begrüßt. Die runden Tische waren farblich passend zum Motto und mit der Übersicht der Menüauswahl eingedeckt. Jeder runde Tisch hatte für die Sitzordnung einen Namen eines Aida-Schiffs. Das Brautpaar ist Aida-Liebhaber, daher eine sehr originelle und passende Idee. In der Mitte des Tisches standen dann alle Namen, die am Tisch Platz nehmen durften – die Namensschilder hat man sich hierdurch erspart.

15:00 Uhr

Nach einem reichhaltigen und sättigendem Menü habe ich mich mit dem Brautpaar und dem Fotograf für 2 Stunden zum Schloss und See verabschiedet um schöne Aufnahmen zu machen. Die Hochzeitsgesellschaft ist dann nach und nach zur Feierlokation bei Evas Eltern aufgebrochen und erwarteten uns zum frühen Abend mit den restlichen geladenen Gästen, die am Mittag nicht dabei waren. In unserer Abwesenheit gab es einen herzförmigen Erdbeerkuchen und Kaffee – diesen Part haben wir durch die Ausgiebigkeit des Fotografierens leider verpasst.

18:30 Uhr

Schon wieder Essen! Das Buffet kam viel zu früh aber was solls. Eine Reichhaltigkeit, kaum zum aushalten. Ich war noch gesättigt vom Mittagsmenü, aber es sah alles wirklich traumhaft lecker aus. Als die Gäste gegen 19:15 Uhr dann alle eingetroffen waren wurde das Buffet eröffnet. Zuvor hatte das Brautpaar für die Männer noch einen Baumstamm zum „Nageln“ aufgestellt und diverse Hammer mit Löchern die das Hammern wirklich erschwerten. Ich wusste nicht wie schnell und einfach man eine Horde Männer ruhig stellen kann 🙂 Ebenso musste das Brautpaar noch den störrigen Baumstamm in 2 Teile zerlegen. Eva hat sich auch wirklich keine Mühe gegeben.

20:00 Uhr

Der Hochzeitstanz stand an. Ich hatte wirklich Bedenken, da das Brautpaar nicht viel geübt hatte und der Pflastersteinboden eine echte Herausforderung darstellte. Wir hatten uns noch eine kleine Überraschung für die Gäste ausgepackt. Vorerst wurde die komplette Hochzeitsgesellschaft für ein Gruppenbild auf die Tanzfläche geholt um im Anschluss einen Halbkreis für den Tanz zu bilden. Auf die Musik von „Fluch der Karibik“ begonnen die Beiden mit einem Walzer. Im Mittelteil hatten wir die Musik so schneiden lassen, dass ein Übergang in einen schnelleren Tanz möglich ist. Timo und ich stürmten also mit Schwertern aus dem Karnevalsbedarf auf die Beiden zu und vollzogen dort einen kleinen Kampf.

Nach dem Kampf holte sich jeder von uns 4 einen neuen Tanzpartner. Leider kippte die Tanzlaune direkt nach Beenden des Liedes und fast alle Gäste saßen wieder auf ihren Plätzen. Doch nicht mit mir!

Ich hatte von meiner Schwester ein tolles Tanzspiel organisiert, wusste nur nicht, ob ich es wirklich anwenden werde. Mit Spielen ist es auf Hochzeiten ja immer etwas kompliziert. Man weis nicht wie viele Gäste auch etwas vorbereiten und zu viele Spiele sind definitiv ein Stimmungskiller.

Da aber viele Tanzmuffel unterwegs waren zuckte ich die Tasche und verteilte für je 14 Männer und 15 Frauen. Dann holte der DJ alle mit einem Zettel (die mit Wäscheklammer an der Kleidung befestigt werden) auf die Tanzfläche. Hier mussten sich alle dann erstmal warm tanzen. Dann kam ich zum Einsatz und es wurden immer 2 als Pärchen auf die Tanzfläche gebeten und zu passenden Liedern musste dann jedes Pärchen zeigen was es konnte.

Tanzspiel

Das ganze wurde wirklich zum großen Erfolg der ganzen Gesellschaft, vielleicht auch, weil viele merkten, dass sie sich für das Tanzen gar nicht schämen brauchen. Das Schildchen mit dem „schönsten Mann“ bekommt natürlich der Bräutigam, wie auch in unserem Fall. Ein großer Knaller und das auf „Dirty Dancing“ Musik.

Naja wir hatten mittlerweile genug Kurze getrunken, sodass auch das kein Problem mehr war. Die Tanzfläche blieb also fortlaufend gefüllt.

Nun noch die Ballon Aktion, wo das Brautpaar überrascht wurde. Ich sperrte sie kurz in die Küche und holte sie, nachdem wir alle Ballons aus dem Schlafzimmer der Eltern geholt hatten, wieder nach draußen ab.

Die Bilder hiervon folgen noch, diese habe ich leider noch nicht.

23:00 Uhr

„Was ist eigentlich mit der Hochzeitstorte?“

Mist! Da war ja noch etwas. Wir schoben also schnell noch das Anschneiden der Torte ein, die auch tatsächlich bis aufs letzte aufgegessen wurde. Ich fragte mich echt, wo die das alle hinstecken aber ich konnte bei Raffaello auch nicht widerstehen.

Der Abend verlief nach nun allen Aktionen ausgelassen und glücklich. Mir fielen tausend Steine vom Herzen, dass nichts weiter schief gegangen ist außer das ich die Autoschleifen in einer Tüte vergessen hatte mit zum Standesamt zu nehmen.

Ein wirklich toller Tag, ausgelassene Stimmung und nun verbindet Eva und mich sogar ein ganz besonderes Lied, nämlich Anna Naklab feat. Alle Farben & Younotus – Supergirl!

Treffender konnte man es nicht sagen für diesen Tag und diese Frau. Ein Supergirl, lange gezittert, lange gewartet und nun verdient den Mann an ihrer Seite, auf den sie so lange gehofft hatte.

Es hat mich voller Stolz erfüllt diesen besonderen Tag mitgestalten zu können, für sie da zu sein und ein tolles Ergebnis, nämlich einen unvergesslichen Tag für die Beiden, zu erarbeiten. Es ist uns gelungen und es war einfach unvergesslich.

Ich wünsche euch das Beste für euer Eheleben, viel Gesundheit und stets Frieden und Geborgenheit.